img 1894

Cabo Polonio – ein Rückzugsort fernab der Welt

Nachdem wir am Vortag die Laguna de Rocha besucht haben und ehrlicherweise davon ein wenig enttäuscht waren, hoffen wir, im Cabo Polonio Nationalpark mehr Natur und Ruhe zu finden. Leider hat unsere Online – Recherche kaum Auskunft über mögliche Wanderungen ergeben, deshalb machen wir uns einfach auf den Weg.

 

Angekommen stellen wir schnell fest, dass es nicht üblich ist, in den Ort zu wandern. An der Kasse fragen wir, ob es möglich ist, nur für eine Strecke Tickets für die Fahrt mit den 4×4 Trucks zu kaufen. Der Mitarbeiter schaut etwas verwundert, verkauft uns aber die Tickets. Wir packen ein wenig Proviant und die Kamera ein, ziehen uns Sneaker an und laufen einfach los. Wir nehmen den gleichen staubigen Weg wie die Trucks. Dieser führt uns nach etwa 1 km zu einem Kontrollposten und dem offiziellen Parkeingang. Sofort kommt eine freundliche Rangerin aus dem Häuschen, welcher wir klar machen, dass wir den Weg zu Fuß gehen wollen. Sie erklärt uns, es wären 6 km bis zum Ort und wir sollen den Spuren der Trucks folgen. Allerdings schaut sie dabei etwas besorgt und fragt, ob wir genügend Wasser dabeihaben. Wir können sie beruhigen und sie lässt uns weiterziehen. Keine halbe Stunde später hält einer der Trucks neben uns, die Fahrerin springt förmlich aus ihrer Kabine und fragt uns, ob alles ok sei. Sie bietet uns sogar an, uns mitnehmen. „Todo bien“ bestätigen wir mehrmals und lachen. Eindeutig sind wir als Wanderer hier eher eine Ausnahme.

img 0504
img 0561
img 1779

Der Weg führt die meiste Zeit durch feinen, weichen Sand, was zum Laufen über längere Strecken beschwerlich ist, aber die Ruhe und Einsamkeit der Natur entschädigt uns. Anfangs ist der Weg noch deutlich erkennbar und erstreckt sich zwischen duftenden Pinienbäumen und kleinen Wäldern, doch plötzlich stehen wir am Ende des Waldes vor einer riesigen Lichtung. Dieser Anblick weckt ein surreales Gefühl, als wären wir in einer anderen Welt gelandet. Nun gehen wir immer tiefer in den Dünen verloren. Der Wind fegt uns um die Ohren, kein Schutz vor der Sonne, nur endlose, weite Einsamkeit – wunderschön!

 
Wir laufen auf und ab, an kleinen Grünoasen vorbei, begleitet von den Vögeln und in weiter Ferne das Ziel sichtbar. Als wir plötzlich vor einem größeren Wasserloch stehen, ändern wir die Richtung und beschließen den Rest entlang des Strands zu gehen. Welch glücklicher Zufall! Wir haben nicht erwartet, von noch mehr bildschöner Natur überrascht zu werden. Feinster, weißer Sandstrand, soweit das Auge reicht. Cabo Polonio rückt in erreichbare Nähe und die Anzahl der Menschen um uns herum nimmt langsam zu.

img 1771
img 1796

Cabo Polonio ist ein einzigartiger Ort umschlossen von Stränden, Dünen und Felsen, dessen Einwohner im Einklang mit der Natur leben und von ihr vor der Schnelllebigkeit der Welt geschützt werden. Die Häuser sind so unterschiedlich, wie sie nur sein könnten. Es gibt keine klassischen Straßen, wie wir sie aus zivilisierten Orten kennen, nur vereinzelte Sand- und Trampelpfade. Das Flair, welches dieser Ort ausstrahlt, lässt sich nicht mit Worten beschreiben, aber wir fühlen uns hier wohl. Es gibt kleine Unterkünfte, Cafés, Restaurants und Shops, sodass man als Tourist auch länger als einen Tag bleiben kann.

img 1881
img 1813
img 1825

Und ein ganz besonderes Highlight erwartet jeden Besucher noch:

Wir gehen bis ans Ende der Steinküste zum Leuchtturm hinauf. Hier haben wir einen großartigen Blick auf eine der größten Robbenkolonien Südamerikas und verweilen ein wenig, um das Schauspiel zu genießen. Saisonal kann man hier sogar Wale beobachten.

 

Nach diesen großartigen Eindrücken nehmen wir auch einen der 4×4 Trucks und sind innerhalb von 15 min zurück am Parkplatz.

 

Ein Ausflug, der sich wirklich lohnt.

dsc00074

Weitere Informationen für Reisende und Interessierte:

Vor Ort gibt es einen riesigen Parkplatz (unbefestigt auf einer Wiese), welcher mit einer Schranke geschlossen ist. Die Parkgebühren pro Fahrzeug belaufen sich auf 350 UYU (rd. 7,50 EUR) pro Tag.


Man kann aber auch mit einem Wohnmobil für 450 UYU (rd. 10 EUR) für 24 Stunden in dem gesondert ausgewiesenen Bereich „Motorhome“ stehen bleiben. Im Preis enthalten sind ein Strom – und Wasseranschluss pro Stellplatz sowie Außenduschen (nicht geschlossen! Nur eine offene Holzkabine mit kaltem Wasser und geringen Wasserdruck).

 
An den Parkplatz schließt sich ein großes Visitor Center und ein Kassenbereich an. An einer der Kassen müssen die Parkgebühren bezahlt werden, an der anderen Kasse können Tickets für die 4×4 Trucks, welche einem zum Ort Cabo Polonio bringen, erworben werden. Preise für die Fahrt mit dem Truck: 470 UYU (rd. 10,50 EUR) Hin- und Rückfahrt, Einzelticket 235 UYU (rd. 5,25 EUR)

2 Gedanken zu „Cabo Polonio – ein Rückzugsort fernab der Welt“

Antworte auf den Kommentar von Gaby Kentrat Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert