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Colonia del Sacramento – Kolonialflair & Sonnenuntergänge

Colonia del Sacramento ist die älteste Stadt Uruguays (gegründet im 17.Jahrhundert) und UNESCO Weltkulturerbe. Natürlich müssen wir hier einen Stopp einlegen.

 

Nachdem wir einen ruhigen Tag an unserem Lieblingsplatz an der Küste Uruguays verbracht haben und ein letztes Mal im Meer schwimmen waren, fahren wir los. Es liegen 300 km durch das Hinterland vor uns. Wir haben uns bewusst dazu entschieden, nicht wieder die touristischen Pfade entlang der Küstenstraße zu nehmen, sondern die abseits liegenden Alternativroute zu fahren. Allerdings brauchen wir für die 300 km knapp 5 Stunden, welche sich bei weit über 30 Grad und ohne Klimaanlage im Auto nach einer Ewigkeit anfühlen.

 

Gegen den frühen Abend erreichen wir das Ziel und finden zu unserer Überraschung direkt einen Parkplatz mitten in der Altstadt, an welchem wir auch über Nacht bleiben können. Zufälligerweise läuft die Touristenpolizei an Erwin vorbei und wir nutzen die Gelegenheit nachzufragen. Sie bestätigen uns, dass dies kein Problem ist. Zugegebenermaßen haben wir hier das Gefühl, dass mit Touristen besonders freundlich und hilfsbereit umgegangen wird.

 

Nach dem langen Fahrtag machen wir noch einen ausgedehnten Spaziergang durch die Altstadt, genießen die angenehmen Abendtemperaturen und einen orangen strahlenden Sonnenuntergang. Es wirkt, als würde ein Feuerball am Himmel untergehen. An diesen Tagen sind die Sonnenuntergänge besonders intensiv und leuchtend. Passend dazu dürfen wir Einheimische beobachten, wie sie gemeinsam auf der Straße Musik machen und tanzen. Vielleicht üben sie für den bevorstehenden Karneval, denn am nächsten Tag steht der Auftakt der Karnevalssaison im nahe gelegenen Montevideo bevor.

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Wir laufen entlang der Küstenpromenade, gehen durch das alte, steinerne Stadttor bis zu dem weiß strahlenden Leuchtturm, welcher über der Altstadt thront und von den Ruinen eines Klosters umgeben wird. Die Sonne ist mittlerweile untergegangen und die indirekte Beleuchtung der Häuser und der historischen Straßenlaternen verleihen den Gassen einen malerischen und romantischen Glanz.

 

Die Altstadt von Colonia del Sacramento wird durchzogen von Kopfsteinpflaster, gut erhaltener Architektur und üppigen Baumbeständen. Die Häuser sind liebevoll hergerichtet und in jeder Ecke gibt es etwas zu bewundern – Wandgemälde, Bilder auf Holzplanken, Skulpturen aus Holz und Metall oder einfach eine bunte Blütenpracht. Und dann sind da noch die hübschen Hausnummern auf weiß-blauen Keramikfliesen (Azulejos). Viele dieser Keramikfliesen stammen ursprünglich aus Europa (Portugal, Spanien und Frankreich) und kamen durch den Handel im 18./19.Jahrhundert hierher.

 

Als das Leben langsam aus der Altstadt entweicht, sind auch wir zurück am Camper und lassen den langen Tag enden. Am nächsten Morgen wollen wir Colonia del Sacramento nochmal aus einem anderen Licht sehen. Vor dem Frühstück brechen wir erneut auf und beobachten, wie die Stadt langsam erwacht. Hierbei entdecken wir noch ein paar Kleinigkeiten, welche uns in der Dämmerung des Abends nicht aufgefallen sind, wie den historischen Stadtplan auf Keramikfliesen, welcher an der Hausfassade des Museo del Azulejo hängt, oder die Limetten- und Orangenbäume am Plaza Mayor. Unseren Besuch an diesem charmanten Ort lassen wir später bei einem Café ausklingen.

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