Wie ist es mit dem eigenen Auto und noch dazu einem Camper eine Millionenmetropole zu besuchen? Sollten wir einen Campingplatz aufsuchen oder können wir dort freistehen?
Diese Fragen und ein wenig Sorge begleiteten uns vor unserem Besuch in der Hauptstadt Argentiniens – völlig unberechtigt. Buenos Aires ist eine Stadt, welche man mit dem eigenen Fahrzeug gut anfahren kann, sofern man mit dem üblichen, chaotischen Großstadtverkehr zurechtkommt. Zum Glück kennen wir das nur zu gut aus dem Ruhrgebiet.
Es ist Samstag, als wir in Buenos Aires ankommen. Wir entscheiden uns aufgrund der Empfehlungen anderer Reisender, in Puerto Madero nach einem geeigneten Parkplatz zu suchen. Gesagt, getan, geparkt. Das erwies sich als gänzlich unproblematisch. Zudem ist das Parken hier am Wochenende kostenlos. Unser Zuhause ist für die nächsten Tage also eine Straße mitten in Buenos Aires. Da wir vorher nicht genau wissen, wie lange wir in der Stadt bleiben werden, hatten wir uns und Erwin entsprechend vorbereitet. Für Camper bedeutet es ein wenig Zeitaufwand, diese kleine To Do-Liste zu erledigen:
- Wassertanks auffüllen
- Abwasser und Toilette entleeren
- Müll entsorgen
- Duschen
- Einkaufen war glücklicherweise nicht nötig, denn Supermärkte und kleine Läden gibt es in der Stadt natürlich genug.
All das klingt so banal, hilft aber ein paar Tage sorgenfrei und autark in einer Großstadt zu verbringen und sich auf das Entdecken zu konzentrieren. Von Puerto Madero können wir viele Wege zu Fuß erledigen. Für längere Strecken nutzen wir Uber, welches in Buenos Aires zuverlässig und sehr günstig ist. Am Wochenende verhält sich der Verkehr eher ruhig. Selbst auf der breitesten Straße der Welt, der Avenida 9 de Julio, hätten wir mehr Verkehr erwartet. Doch Achtung – am Montag ändert sich das plötzlich. Aus der Ruhe wurde ein echtes Großstadtgewusel. Entlang der Straße, wo wir zwei Tage fast allein parkten, reiht sich nun Auto an Auto. Die Straßen sind deutlich voller und als wir abends (gegen 17 Uhr) die Stadt verlassen wollen, stehen wir auf einmal im Stau. Auch der ein oder andere Zwischenstopp, den wir einlegen, ändert daran nichts. Als wir auf die Autobahn auffahren, werden wir schlagartig zurück ins Ruhrgebiet versetzt. Nichts geht voran, aber alle wollen sich schnellstmöglich vordrängeln. Am Ende sind wir froh darüber, an einem Wochenende in der Stadt gewesen zu sein, obwohl wir ursprünglich dachten, dass dies in einer Großstadt eher eine unkluge Entscheidung sei.
Einen klaren Nachteil hatte das Wochenende jedoch und sicherlich kann das jeder, der mit dem eigenen Camper durch Südamerika reist, bestätigen. Unsere Nächte in Buenos Aires waren meist sehr kurz. Die Argentinier lieben es, die Abende und das Leben im Freien zu genießen. Sie sitzen bis weit in die Nacht im Freien, trinken Mate und hören Musik. Puerto Madero ist hierfür besonders beliebt bei den Einheimischen.
Was wir in Buenos Aires erlebt haben und wie es uns gefallen hat, kannst du in diesen Blogs lesen:
